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Erste Hilfe am Unfallort

Ein Autounfall kann ganz plötzlich, quasi aus dem Nichts heraus passieren: Ein geplatzter Reifen, Sekundenschlaf, Aquaplaning – und schon ist es geschehen. Sicher bist du auf der Autobahn schon einmal an einer abgesicherten Unfallstelle vorbeigefahren: überschlagene Fahrzeuge, zerbeulte PKWs – das sieht mitunter echt übel aus. Aber wie würdest du reagieren, wenn sich der Crash direkt vor dir ereignet und du als eine der ersten Personen an der Unfallstelle bist?

Wenn du einen Führerschein besitzt, hast du in der Fahrschule gelernt, wie man Erste Hilfe beim Autounfall leistet – in der Theorie. Doch in der Praxis, wenn die Nerven blank liegen, ist es gar nicht mehr so einfach, sich daran zu erinnern. Leiste ich zuerst Hilfe oder setze ich vorher einen Notruf ab? Und wie sichere ich die Unfallstelle? Damit du in solcher Situation einen kühlen Kopf bewahrst, haben wir hier wichtige Tipps in der richtigen Reihenfolge für dich zusammengefasst.

Unfallstelle absichern

  • Schalten Sie die Warnblinkanlage ein
  • Bremsen Sie nicht plötzlich und fahren Sie auf der Autobahn auf keinen Fall rückwärts
  • Stellen Sie Ihr Fahrzeug auf dem Pannenstreifen oder am äußersten rechten Fahrbahnrand ab – in sicherem Abstand zur Unfallstelle
  • Ziehen Sie Ihre Warnweste an
  • Mitfahrer sollten zu ihrer eigenen Sicherheit nur auf der verkehrsabgewandten Seite aussteigen
  • Nehmen Sie Mobiltelefon, Verbandkasten und Warndreieck aus dem Auto mit
  • Stellen Sie das Warndreieck in angemessenem Abstand vor dem Unfallort auf. Laufen Sie dazu hinter der Schutzplanke oder zumindest am äußersten Straßenrand mit aufgeklapptem Warndreieck dem Verkehr entgegen
  • Fordern Sie andere Autofahrer per Handzeichen auf, langsam zu fahren

Erste Hilfe bei einem Unfall

Ist die Unfallstelle abgesichert und wurde der Notruf abgegeben, steht an erster Stelle das Retten aus der Gefahrenzone. Die eigene Sicherheit geht dabei vor! Bringen Sie sich nicht selbst in Gefahr. Die folgenden Regeln zeigen Ihnen, wie Sie in den unterschiedlichen Situationen als Helfer am besten reagieren und welche Maßnahmen Sie ergreifen können.

Stabile Seitenlage

In dieser Position kann sichergestellt werden, dass die Atemwege freibleiben und Blut oder Erbrochenes ablaufen kann – so wird der Verletzte vor dem Ersticken bewahrt. Weist der Betroffene Verletzungen im Bereich des Brustkorbs oder der Lunge auf, sollte er auf die verletzte Seite gedreht werden, sodass die unbeeinträchtigte Lungenseite weiter arbeiten kann. Schwangere sollten immer auf die linke Seite gelegt werden, um den Kreislauf von Mutter und Fötus zu entlasten. Personen, die nicht selbstständig atmen, sollten nicht in die stabile Seitenlage gebracht werden! Hier ist eine Reanimation vorzunehmen.

Wiederbelebung

Wenn der Betroffene nicht mehr atmet, muss eine Herz-Lungen-Wiederbelebung erfolgen. Der Verletzte sollte auf einem harten Untergrund liegen, der Helfer drückt dann im Wechsel 30-mal auf den Brustkorb und beatmet anschließend zweimal von Mund zu Mund oder Mund zu Nase. Der 30:2-Rhythmus sollte so lange beibehalten werden, bis die Person reanimiert ist oder die Rettungskräfte eintreffen. Wechseln Sie sich mit einem anderen Helfer ab, um Ermüdung vorzubeugen.

Schock

Diesen Zustand erkennen Sie an Unruhe, Nervosität und Angst, einer blassen Haut, Schweißausbrüchen und Zittern. Sprechen Sie die Person an, kontrollieren Sie ihr Bewusstsein und legen Sie sie, bei vorhandenem Bewusstsein, hin. Die Beine sollten erhöht gelagert werden, damit Blut von den Beinen zum Gehirn fließt. Decken Sie die Person zu, beruhigen und trösten Sie sie.

Die wichtigsten Notrufnummern in Deutschland

112: Diese Notrufnummer gilt in Deutschland und Europa für den Rettungsdienst und die Feuerwehr. Bei einem Anruf werden Sie automatisch mit der nächsten Leitstelle verbunden. Medizinische Notfälle, Unfälle und Brände können darüber gemeldet werden.

110: Polizei-Notruf. Bei einem Unfall mit großem Schaden sollten Sie die Polizei rufen, bei Bagatellschäden ist dies nicht nötig. Sie werden bei einem medizinischen Notfall außerdem an den Rettungsdienst durchgestellt.

116 117: Unter dieser Nummer erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst, sie ist nicht für Notfälle gedacht. Wenn Sie Beschwerden haben, können Sie außerhalb der Sprechzeiten Ihres Hausarztes einen Termin mit einem Bereitschaftsarzt vereinbaren.

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